Hamburg Schiffsbug

Wir sind TAVF

Die Teststrecke

Bei der Gestaltung der Mobilität von morgen setzt die Freie und Hansestadt Hamburg auf intelligente Verkehrssysteme. In der Hamburger City entsteht eine mehrere Kilometer lange Teststrecke für das automatisierte und vernetzte Fahren (TAVF). Sie wird bis zum Jahr 2020 für die Infrastruktur-zu-Fahrzeug- (I2V) und Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation (V2I) aufgerüstet. Mit zahlreichen Ausstattungsmerkmalen ermöglicht sie Fahrzeugherstellern, Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen die Erprobung von ITS-Anwendungen, Sicherheits- und Assistenzsystemen sowie automatisierten und vernetzten Fahrfunktionen im realen Verkehrsumfeld auf öffentlichen Straßen.

 

Die Teststrecke ist charakterisiert durch realitätsnahe und somit anspruchsvolle Verkehrssituationen. So deckt sie neben einfachen Fahrmanövern im ein- oder mehrspurigen Mischverkehr auch komplexe Kreuzungstopologien mit verschiedensten Querverkehren ab. Darüber hinaus wurden für den Aufbau der ITS-G5-basierten Kommunikationsanlagen auch Standorte gewählt, welche aufgrund der vorhandenen baulichen Situation, mit z. B. S-Bahn-Brücken und Unterführungen, eine Herausforderung für die Funktechnologie darstellen. Somit sollen weitere Erkenntnisse über Reichweiten und Einflussfaktoren von ITS-G5 erlangt werden.

 

In der folgenden (interaktiven) Kartendarstellung ist der detaillierte Verlauf der Teststrecke verzeichnet.

TAVF Features

ITS-G5

Entlang der Teststrecke werden mehrere Lichtsignalanlagen sowie eine Brücke mit Roadside Units verschiedenster Hersteller ausgestattet, die spezifische Daten mit vorbeifahrenden Fahrzeugen austauschen. Die drahtlose Kommunikation erfolgt nach dem WLAN-basierten 802.11p-Standard (ETSI G5), und unterstützt eine Reihe von Informations- und Warndiensten, die die Verkehrssicherheit,
-effizienz und den Fahrkomfort erhöhen.

SPaT/MAP-Nachrichten

Die Roadside Units an den Lichtsignalanlagen stellen Informationen zum Signalbild der Ampeln und der vorhandenen Straßentopologie bereit. Hierdurch können verschiedenste ITS-Anwendungen, wie zum Beispiel die Erteilung von Geschwindigkeitsempfehlungen für das Erreichen der Lichtsignalanlage bei Grün (GLOSA), umgesetzt werden, und spielen somit für die zukünftige intelligente Verkehrssteuerung eine wichtige Rolle.

Intelligente Infrastruktur

Entlang der Teststrecke sind weitere intelligente Infrastrukturkomponenten verbaut, welche u.a. bei der Umfelderkennung durch automatisierte und vernetzte Fahrzeuge unterstützen können. Über vorhandene Sensoren, Radar, Wärmebild- und Kamerasysteme kann die Umgebungserfassung und Detektion von anderen Verkehrsteilnehmern– insbesondere an komplexen, schwer einsehbaren Kreuzungen – optimiert werden. 

Offene Datenplattform

Unter Verwendung einer urbanen Datenplattform ermöglicht die Freie und Hansestadt Hamburg die Integration und standardisierte Bereitstellung von ITS-Daten. Hierüber können im Rahmen der Nutzung der Teststrecke verschiedenste Datenquellen eingebunden und veredelt werden. Darüber hinaus werden laufende Bundesprogramme wie der Mobilitäts Daten Marktplatz oder die mCloud unterstützt.

Technologieneutral und Nutzer-offen

Um die Anforderungen für das automatisierte und vernetzte Fahren in einer städtischen Metropole weitreichend zu analysieren und zu definieren, strebt die Freie und Hansestadt Hamburg eine enge Kooperation mit Industrie- und Forschungspartnern aus der ganzen Welt an. Neben der Einbindung unterschiedlicher Technologieanbieter bei der Ausstattung der Teststrecke wird es interessierten Fahrzeugherstellern, Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen über eine neutrale Geschäftsstelle ermöglicht, sich an der offenen Nutzer-offenen Teststrecke zu beteiligen.

Testbetrieb unter Realbedingungen

Die Teststrecke befindet sich unmittelbar in der Hamburger City und verläuft damit über hochbelastete Stadt-, Hauptverkehrs- und Bezirksstraßen sowie komplexe Kreuzungen mit und ohne Lichtsignalanlagen. Testfahrzeuge bewegen sich hier im öffentlichen Verkehrsraum gemeinsam mit Fahrzeugen unterschiedlichster Art sowie Fußgängern und Radfahrern. Diese Tests unter realen Bedingungen im Mischverkehr haben für die Realisierung des automatisierten und vernetzten Fahrens einen hohen Stellenwert.

TAVF-Geschäftsstelle

Die TAVF-Geschäftsstelle steht Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die sich für die Teststreckennutzung interessieren oder diese bereits nutzen, als zentraler Ansprechpartner zur Verfügung. Sie unterstützt die Freie und Hansestadt Hamburg bei der Auswahl innovativer ITS-Anwendungen, betreut die bereits aktiven Nutzer während ihrer Erprobungen und fördert den Erfahrungsaustausch zwischen Anwendern, Betreibern und weiteren ITS-Experten.

Kooperation

Im Mittelpunkt aller Aktivitäten steht der kontinuierliche Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen allen beteiligten Partnern. Ziel ist es, die gegenseitigen Anforderungen zu harmonisieren und ein gemeinschaftliches Gesamtbild zukünftiger Mobilitätskonzepte zu entwickeln, welches sowohl Infrastrukturbetreibern als auch Technologieanbietern gerecht wird. Hierzu werden regelmäßige Workshops und Auswertungen von Testfahrten organisiert.

Safety & Security

Safety

Die Teststrecke für automatisiertes und vernetztes Fahren befindet sich im öffentlichen Verkehrsraum in der Hamburger City. Für alle Verkehrsteilnehmer und Teststreckennutzer gelten daher die regulären Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung. Die für die Erprobungen eingesetzten Fahrzeuge müssen über eine offizielle Straßenzulassung verfügen und von ausgebildeten Fahrern gesteuert werden. Beim Testen von automatisierten Fahrfunktionen überwachen diese das Fahrzeug und können es jederzeit in den manuellen Betrieb zurückführen. Darüber hinaus werden die innerhalb der Teststrecke installierten Infrastrukturkomponenten nach geltenden Vorgaben geprüft und verkehrssicher installiert.

Security

Für den sicheren und geschützten Betrieb der drahtlosen I2V- und V2I-Kommunikation betreibt die Freie und Hansestadt Hamburg eine Public Key Infrastructure (PKI). Hier werden die in Fahrzeugen und der Infrastruktur verbauten Kommunikationseinheiten registriert, für den Datenaustausch authentifiziert und als vertrauenswürdig eingestuft.  Somit ist sichergestellt, dass eine Manipulation der über die Kommunikationsinfrastruktur bereitgestellten ITS-Dienste ausgeschlossen ist. Die Sicherheitszertifikate, die Teststreckennutzer für den Datenaustausch mit der intelligenten Infrastruktur benötigten, stellt die TAVF-Geschäftsstelle auf Anfrage und nach entsprechender Prüfung bereit.


Datenschutz

Die Bereitstellung und der Austausch von Daten spielen beim automatisierten und vernetzten Fahren eine zentrale Rolle. Automatisierte Fahrzeuge sind mitunter mit umfangreicher Sensorik für die Umfelderkennung ausgestattetet, welche ggf. durch intelligente Infrastruktur entlang der Teststrecke unterstützt wird. Grundlage für die Umsetzung von Aktivitäten innerhalb der Teststrecke ist das Vorhandensein eines entsprechenden Datenschutzkonzeptes. Die Nutzer der Teststrecke sind daher verpflichtet, im Vorfeld ihrer Erprobungen ein detailliertes Datenschutzkonzept vorzulegen. Darüber hinaus existieren für die vorhandene und im Aufbau befindliche Infrastruktur datenschutzbezogene Bewertungen, welche kontinuierlich mit dem Hamburger Datenschutzbeauftragen abgestimmt werden. Derzeit erfassen die infrastrukturseitigen Anlagen keinerlei personenbezogener Daten, sondern stellen ausschließlich Informationen bereit.

 

Datenschutzerklärung

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