Hamburg Schiffsbug

Aktueller Ausbaustatus der Teststrecke und Ausblick auf das Jahr 2021

In Hamburg geht es in Sachen ITS kontinuierlich weiter voran: In der Hamburger City steht seit Januar 2018 eine mehrere Kilometer lange Teststrecke für das automatisierte und vernetzte Fahren zur Verfügung. Zahlreiche Ampelanlagen sind für die Infrastruktur-zu-Fahrzeug (I2V) und Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation (V2I) aufgerüstet, um Daten mit vorbeifahrenden Fahrzeugen auszutauschen. Daneben markiert die urbane Verkehrssituation den Rundkurs und ermöglicht die Erprobung von kooperativen ITS-Diensten (ITS = Intelligent Transport Systems) und automatisierten Fahrfunktionen im realen städtischen Verkehrsumfeld. Die drahtlose Kommunikation zwischen den Fahrzeugen und der Verkehrsinfrastruktur wird über LTE und WLAN (ITS-G5, IEEE 802.11p) realisiert. Alle Lichtsignalanlagen sind auf Basis desneuesten Sicherstandards PKI v1.3.1 (PKI = Public Key Infrastructure) aufgerüstet worden. Damit war die Hamburger Teststrecke deutschlandweit Vorreiter in Sachen IT-Sicherheit von im Betrieb befindlicher kooperativer ITS-Dienste.

 

Wesentlicher Bestandteil der Aufrüstung ist die lokale und digitale Bereitstellung von Informationen zum Lichtsignalbild (SPaT) und der vorhandenen Straßentopologie (MAP). In Abhängigkeit von der vorhandenen Lichtsignalanlage können im Rahmen der SPaT-Nachrichten auch Informationen zur Restlaufzeit des aktuellen Lichtsignalbildes und zukünftig auch Prognosen zum weiteren Verlauf des Lichtsignalbildes bereitgestellt werden. Die Teststrecke wird fortwährend als eine kostenlose, offene und herstellerunabhängige Plattform betrieben, auf der aktuell mehr als zehn Forschungseinrichtungen, Fahrzeughersteller und Technologieunternehmen innovative Mobilitätsdienste, wie automatisierte Fahrfunktionen oder Sicherheitsassistenzsysteme, im realen Verkehr auf öffentlichen Straßen erproben. Auf rund neun Kilometern vom Dammtor-Bahnhof über die Messehallen, Landungsbrücken, Elbphilharmonie, Rödingsmarkt sind aktuell 35 Lichtsignalanlagen mit Kommunikationseinheiten (ITS-G5) und einer entsprechenden digitalen Informationsbereitstellung ausgestattet. Dies bildet die Grundlage, um entsprechende C-ITS Dienste für die dortigen Verkehrsteilnehmer zu realisieren. Hierzu gehören ein Ampelphasenassistent (GLOSA), wie der Schutz schwacher Verkehrsteilnehmer (VRU), die Baustellenwarnung (RWW) die Verkehrszeicheninformation (IVI) sowie die Verkehrsdatenerfassung (PVD). Eine kontinuierliche Erweiterung der Teststrecke sowie die Übertragung erfolgreich getesteter C-ITS Dienste auf weitere Stadtgebiete soll bis Ende 2023 erfolgen.

 

Das automatisierte und vernetzte Fahren ist ein wichtiger Baustein für die zukünftige Mobilität Hamburgs, da es die Verkehrssicherheit und vor allem die Verkehrseffizienz für alle Teilnehmer, insbesondere von schwachen Verkehrsteilnehmern im Stadtverkehr, verbessern kann und somit auch zu weniger Lärm- und Schadstoffemissionen führt. Für die Freie und Hansestadt Hamburg als Betreiber ist es daher wichtig, weiterhin Erkenntnisse zu den Anforderungen an die zukünftige Infrastruktur und den Auswirkungen des automatisierten Fahrens auf die Stadt zu erlangen.

 

Karte zur Teststrecke

 

Bildrechte: FHH_BVM

 

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